EntwicklungsdiagnostikProbevortrag4.6.2009

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Slide 1 : Entwicklungspsychiatrische Differentialdiagnostik als Grundlage individueller und familienorientierter Psychotherapieplanung Dr. Oliver Bilke, Berlin

Entwicklungspsychopathologie - der Längsschnitt : Entwicklungspsychopathologie - der Längsschnitt Wie ent-wickeln sich seelische Störungen? Wie ent-wickeln sich Psychosomatosen? Wie ent-wickeln sich Entwicklungs- Störungen? Welche gemeinsamen Ver-wicklungen im System gibt es?

Vulnerabilitäts-Szenario : Vulnerabilitäts-Szenario Vulnerabilität Affektregulation autonomes Hyperarousal Affektwahrnehmung Kommunikations- probleme Bewertungen und Interaktionen Risikofaktoren Entwicklungs- aufgaben soziale Anforderungen Lebens- ereignisse Protektive Faktoren Selbst- wirksamkeit soziale Unterstützung Bindungssicherheit kognitive Verarbeitung Denkstörungen Modifiziert nach Resch, 2004 Problematik

Entwicklung ? Psychopathologie : Entwicklung ? Psychopathologie Alter Entwicklungsaufgaben adaptives Potential Übergangsreihen situative Spezifität Symptomspezifität

Ausgangslage in Deutschland 2009:Soziodemographische Entwicklung : Ausgangslage in Deutschland 2009:Soziodemographische Entwicklung Weniger deutschsprachige Kinder, Migration Unterschiedliche Geburtenraten Mehr psychosoziale Belastungen, Verarmung Steigende Scheidungsrate Steigende Traumatisierungsrate Cannabisepidemie, multipler Drogenkonsum Kostenreduktion in den komplementären Bereichen (z.B. Sozial-/Jugendhilfe)

Die männliche Hoch-Risikogruppe : Die männliche Hoch-Risikogruppe

Die Hochrisikogruppe reift heran : Die Hochrisikogruppe reift heran Jungen deutlich früher und häufiger auffällig Externalisierende Störungen Drogenkonsum ADS Impulsivität

Die Hochrisikogruppe 2 : Die Hochrisikogruppe 2 Mädchen und junge Frauen Depression Angststörungen Autoaggression Borderline-Persönlichkeit Missbrauchsopfer

Intergenerationale Aspekte : Intergenerationale Aspekte Gen-Umwelt-Interaktion „Nature-Nurture“ Wechselseitige Verstärkung (Farrington, 2001) Depression (Loeber, 1995, Zahn-Waxler, 1990) Alkoholismus Antisozialität (Loney, 1997; Szatmari, 1993 Elkins, 1997)

Transgenerationale Perspektive, Beispiel Depression : Transgenerationale Perspektive, Beispiel Depression Hohe Wahrscheinlichkeit von Töchtern depressiver Mütter eine Depression zu entwickeln Zwei Gründe: Modellernen (ruminative coping) Still face (Bindung)

Labilisierungen und schwierige Aufgaben in der Adoleszenz : Labilisierungen und schwierige Aufgaben in der Adoleszenz

Emotionale Instabilitäten : Emotionale Instabilitäten Menschen im Übergang Menschen in hormoneller Umstellung Menschen in sozialer Labilität = Jugendliche

Entwicklungsaufgaben : Entwicklungsaufgaben Akzeptieren des Körpers sexuelle Identität Beziehung zu Altersgenossen emotionale Unabhängigkeit von Eltern Vorbereitung auf Beruf Vorbereitung Familie Gewinnung sozial Verantwortlichen Handelns Aufbau eines Wertesystems 10 years ago…

Expansives Verhalten in der Adoleszenz : Expansives Verhalten in der Adoleszenz Risikoverhalten Sensation/novelty seeking Grenzen Testen Bindungen gestalten Mit Extremen spielen Ausagieren

Spielen Bindungsstörungen wieder eine Rolle? : Spielen Bindungsstörungen wieder eine Rolle? Als Postulat Als Modediagnose Als Hypothese Als klinische Entität

Slide 16 : Sicher als: Gestörtes Bindungsverhalten

Cave: Diagnostische Verwirrung : Cave: Diagnostische Verwirrung Wann sind phasenspezifische Phänomene pathologisch? Wann besteht Somatisierung ? Was ist krankhaft und vor allem: Behandlungs-bedürftig?

Zur Therapieplanung: „MAS“ : Zur Therapieplanung: „MAS“ 1. Achse: Psychiatrische Störung 2. Achse: Teilleistungsstörungen 3. Achse : Intelligenz (-profil) 4. Achse: Somatische Störungen 5. Achse: abnorme psychosoziale Umstände 6. Achse: GAF/Schweregrad

Achse 2: Teilleistungsstörungen : Achse 2: Teilleistungsstörungen Legasthenie (persistiert) Dyskalkulie als Rarität Sensorische Störungen Motorische Störungen Kombinierte Störungen

DD- Achse 3: Intelligenzprofil : DD- Achse 3: Intelligenzprofil Von wie vielen Ihrer Klienten/Patienten wissen Sie das IQ-Profil? Hohe verbale Intelligenz vs. geringer Handlungs-IQ = Symptome Wertvolle Hinweise auf Therapiefähigkeit Reduktion von Über-/Unterforderung

Achse 4: Körperliche Störungen : Achse 4: Körperliche Störungen Seriöse körperliche Abklärung (!!!) Neuropsychiatrische Auffälligkeiten im Vorfeld Autonomes underarousal (Pliska, 1999) Kreislaufanomalien/Herzfrequenz (Mezzacappa, 1997; Raine, 1990) Hormonelle Störungen/Prämaturität (Graber, 1997, Williams, 1999) Humangenetische Störungen

Aber: reichen uns diese „Fakten“ ? : Aber: reichen uns diese „Fakten“ ? Für eine beziehungsorientierte Therapieplanung? Zur Gestaltung neuer Erfahrungen? Zur Problemlösung?

Familienstrukturen als Quelle der Unterstützung : Familienstrukturen als Quelle der Unterstützung

Klärung Schritt 2: OPD-KJ : Klärung Schritt 2: OPD-KJ Vier Achsen MAS-komplementär und kompatibel 2. Auflage 2007 Achsen einzeln anwendbar

Und wie integriert der Therapeut all dies ? : Und wie integriert der Therapeut all dies ? ?

interaktives Lösungs-Szenario : interaktives Lösungs-Szenario Vulnerabilität Affektregulation Achtsamkeit Affektwahrnehmung Emotionalität Probleme & Lösungen Chancen Entwicklungs- aufgaben soziale Anforderungen Lebens- ereignisse Ressourcen Selbst- wirksamkeit soziale Unterstützung Bindungssicherheit kognitive Verarbeitung Erkenntnis Modifiziert nach Resch, 2004 Therapeutische Beziehung

Maximalintervention: Stationäres Setting : Maximalintervention: Stationäres Setting Bewegungstherapie Gestaltungstherapie Sozialkompetenztraining Konzentrationstraining Entspannung/PMR Genusstraining Schulische Beratung Arbeitsagentur-Kontakt Familientherapie Gruppentherapie Spezialgruppen Individualtherapie Pharmakotherapie Milieutherapie im Bezugspersonensystem

Protektive Faktoren stärken! : Protektive Faktoren stärken! Ein wichtiger konstanter prosozialer Erwachsener „Hoher“ IQ Weibliches Geschlecht Gute Beziehungsfähigkeit Gutes schulisches Arbeitsverhalten Starke ausserschulische Interessen Selbstwahrnehmungsfähigkeit

Weitere Hinweise auf soziale und emotionale Kompetenz: : Weitere Hinweise auf soziale und emotionale Kompetenz: Hochkomplexe soziale Vergleichsprozesse und Antizipationen der Gefühle von Interaktionspartnern Einnehmen der Perspektive eines Dritten metakognitive Strategien können auch auf die eigenen Emotionen angewandt werden Veränderungen in der Hierarchie vertrauenswürdiger Gesprächspartner

Danke für Ihre Aufmerksamkeit !oliver.bilke@vivantes.de : Danke für Ihre Aufmerksamkeit !oliver.bilke@vivantes.de

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